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ANFRAGE

Ordinationssitz im Haus der

Medaktiv KG

Khevenhüllerstraße 23

A – 4020 Linz

© 2019 Dr.med. Adrian Mirtl

 

 

Der richtige Plan

 

Wenn es um Gesundheit geht, sind viele oft plan- und ratlos. Je älter man wird, desto bequemer wird man, es kommen immer neue und zusätzliche Herausforderungen im Alltag auf einen zu, die die (meist als selbstverständlich gesehene) Gesundheit in den Hintergrund treten lassen. Vor allem ein anstrengender Beruf aber auch Privatleben können sehr an der Gesundheit nagen. Wer kennt nicht das Gefühl, am Abend nach einem anstrengenden Tag nach Hause zu kommen und nur mehr die Füße hochlegen zu wollen. An Sport ist hier gar nicht zu denken und alle die das einfordern kommen einem verrückt und weltfremd vor.

So kommt es, dass man sich irgendwann so sieht, wie man sich selbst nicht kennt bzw. vorher nicht gekannt hat. So kann das „Wohlstandsbäuchlein“ bzw. die verlorengegangene Bikinifigur oder ein beträchtlicher Konditionsmangel schon ein herber Rückschlag sein, ernst wird es dann zudem, wenn sich dazu noch Blutwerte verändern und sich im schlimmsten Falle noch ein metabolisches Syndrom einstellt oder andere Wohlstandskrankheiten.

Das metabolische Syndrom ergibt sich aus einer Kombination von erhöhtem Bauchumfang (Männer >102cm, Frauen >88cm; ungerecht, ich weiß), erhöhtem Blutdruck, erhöhten Blutfettwerten und erhöhtem Nüchternblutzucker. Gerade letzteres Symptom stellt eine der ernsteren Bedrohungen dar und sollte im Hinblick auf einen möglichen (Prä)Diabetes weitere diagnostische Schritte Ihres Arztes nach sich ziehen.

Was jedoch unbestritten bleibt, ist die Tatsache, daß man sich das metabolische Syndrom zumeist selbst eingehandelt hat und dies vor allem in den westlichen Ländern daher stark verbreitet ist. Auch die Therapie sollte nach dieser Erkenntnis kausal angegangen werden – durch einen selbst. Ich verabscheue es, einem Patienten ein Blutdruckmittel zu geben, wenn das stärkste Blutdruckmittel am Markt 10kg Gewichtsabnahme sind und der Bluthochdruck eben auf sein Übergewicht zurückzuführen ist. Ebenso ist die richtige Ernährung und die korrekte Bewegung meist um ein Vielfaches effektiver als jegliches Medikament – siehe auch meinen Beitrag zum Thema Diabetes.

Womit wir beim richtigen Plan wären.

In Zeiten einer gewaltigen Informationsflut mit sozialen Medien, mutmaßlichen „fake news“, selbsternannten „Ernährungsexperten“, „Gesundheitsexperten“ oder sonstigen Gurus, ist es oft sehr schwierig, aus dieser Masse an Informationen die korrekten Tatsachen „herauszufiltern“ bzw. zu erkennen. Gerade bei Themen wie z.B. der Debatte um die Impfgegner sieht man sich sogar als Fachkundiger oft mit nicht haltbaren Argumenten konfrontiert, die man nicht kommentieren oder entkräften kann, weil sie z.B. einfach frei erfunden sind oder es werden Studien vorgewiesen, die nirgends im Register aufscheinen etc.

Und es geht in Bezug auf Ernährung und Bewegung, die so eine zentrale Rolle in unserem Leben spielen, natürlich noch viel weiter. Es vergeht kein Tag, an dem nicht irgendjemand postuliert, dass er die ultimative Erkenntnis gewonnen hat, wie man deutlich abnimmt und trotzdem alles essen kann und sich nicht bewegen muss. Seien es Shakes, Nahrungsergänzungsmittel, Tabletten, sogenanntes „Superfood“ oder irgendwelche gravierenden Ernährungsumstellungen (low-carb, high-protein, Paleo oder ähnliches), die Liste an Ergebnissen im World Wide Web ist endlos.

Nun halten wir mal eines fest: Wir sind alle erwachsene und intelligente Personen. Wir glauben weder an den Weihnachtsmann noch an Feen, Elfen oder sonstige Märchen. Und auch hier gibt es keine Wunder, es gibt keine Null-Bewegung-Schweinsbraten-und-Cremetortendiät, mit der sie ihren Traumkörper in 2 Wochen erreichen. Auch diese Blitzdiäten a la „Woman“ oder sonstiger Zeitschriften mit „8kg in 10 Tagen“ o.ä. können nicht funktionieren. Es gibt nur 2 Sachen, die der Körper so schnell loswerden kann: Wasser und Muskeln. Und genau das will man ja nicht!

Was genau ist also der Plan?

Im Wesentlichen ist es ganz einfach. Es gibt genau 2 Dinge, die einem bewusst sein sollten:

 

 

  1. Nutzen Sie Ihren Hausverstand, v.a. beim Essen. Klingt komisch, ist aber so. Hören Sie auf, sich mit irgendeiner obstrusen oder ausgefallenen Diät durchschummeln zu wollen. Die WHO gibt genau eine einzige Empfehlung ab: Mehr Gemüse und Obst. Und dem würde ich als (Ernährungs-)Mediziner noch hinzufügen: Wenig Zucker, wenig rotes Fleisch, pflanzliche statt tierische Fette, Vollkorn statt Weizen und täglich eine Handvoll Nüsse und Samen – das wars. Es benötigt auch keine exotischen Lebensmittel wie Goji-Beeren, Quinoa, Lupinen oder sonstiges sogenanntes „Superfood“ - wer bestimmt überhaupt, was ein "Superfood" ist? Im Wesentlichen sind auch Diäten wie „low-carb“, Paleo und Konsorten ganz wesentliche und grundlegende Umstellungen Ihrer Essgewohnheiten und zeigen alleine – nach initial kurzfristigem Effekt – keinen Langzeiteffekt. Wenn Sie die Disziplin aufbringen können, solche Diäten durchzuziehen, haben Sie meinen größten Respekt. Aber lassen Sie sich sagen: Sie hätten es auch viel einfacher haben können. Fokussieren Sie Ihre Disziplin doch auf etwas anderes und viel effektiveres – auf Bewegung! Damit kommen wir auch schon zu Punkt

  2. Bewegung. Es geht nicht ohne. Abnehmen oder eine bessere Figur ist eine einfache Rechnung. Sie brauchen eine negative Energie- bzw. Kalorienbilanz, will heißen: Sie sollen mehr Kalorien verbrennen als Sie zu sich nehmen. Womit wir wieder beim Hausverstand wären, so gemein es auch klingt, aber schummeln geht hier nicht. Optimieren: ja klar, aber schummeln: nein. Und mit optimieren ist gemeint: die korrekte Bewegung / Sportart mit dem korrekten Equipment und v.a. die korrekte Intensität, wobei ich hier sehr viel Wert auf den Trainingspuls lege, weil dieser essentiell für die (Kalorien)Verbrennung und nicht zuletzt auch für die Effektivität und Freude am Training ist. Dieser kann mittels Formel zwischen Ruhepuls und Maximalpuls ermittelt werden.

Um Ihren optimalen Plan zusammenstellen zu können, benötigt es keine hochkomplexe Wissenschaft oder Analytik. Auch irgendwelche überaus ausführlichen (und oft auch überaus kostspieligen) Laborbefunde, die extra ins Ausland geschickt werden müssen, weil sie ja so speziell sind und in denen irgendwelche Lebensmittelmarker oder sonstige spezielle Parameter bestimmt werden sollen, haben hier keine wissenschaftliche Grundlage und bringen Ihnen nichts.

Im Wesentlichen sollten initial vor Start Ihres Vorhabens bei Verdacht chronische Erkrankungen ausgeschlossen werden (z.B. bei Luftnot oder Druck auf der Brust Herz- oder Lungenerkrankungen etc.), in weiterer Folge funktioniert der richtige Plan zu einer Verbesserung Ihrer Gesundheit und Ihres körperlichen Wohlbefindens in jedem Fall ausschließlich über diese zwei genannten Faktoren:

Ernährung und Bewegung. That’s it.

Gerne stehe ich Ihnen beratend zur Seite oder helfe natürlich gerne bei der Ermittlung Ihres Trainingspulses, Erstellung eines effektiven Trainingsplans und weiterer Fragen oder Anliegen, die auftauchen mögen. Ich wünsche Ihnen ein gutes Gelingen! Sie schaffen das!

 

 

 

Gedanken zum Jahreswechsel

Am Ende eines Jahres blickt man gerne zurück.

Man zieht Resümee, ist dankbar für Familie, Kinder und hoffentlich auch für Gesundheit, seinen Beruf und viele weitere Dinge. In meinem Fall bin ich darüberhinaus für jeden einzelnen Patienten, den ich kennenlernen durfte, mit dem ich nicht selten auch scherzen und lachen durfte und auch hoffentlich gut helfen konnte, sehr dankbar. Es war ein schönes und aufregendes Jahr und ich möchte mich für das entgegengebrachte Vertrauen bedanken. Ich freue mich schon auf ein neues Jahr voller Herausforderungen, amikaler Gespräche und vor allem Zeit mit meinen Patienten.

Dazu gesellen sich jedoch auch Sorgen um die Zukunft des Gesundheitssystems in diesem Land. Niemand weiß, was mit der neu installierten ÖGK (Österreichische Gesundheitskasse), die die Landeskrankenkassen ab 1.4.2019 ersetzen soll, genau auf uns zukommt. Auch die Ärztekammer tappt sprichwörtlich im Dunkeln, die Ärzteschaft bezieht Informationen ebenso wie alle anderen auch aus der Presse. Was aber sicherlich kommen wird – und das läßt sich aus diversen Presseaussendungen herauslesen – ist eine Verschärfung der  (meiner Meinung nach schon längst bestehenden) Zweiklassenmedizin. Die Politik hat offensichtlich nach derzeitigem Informationsstand folgendes vor:

Neben der Errichtung von „VIP-Ambulanzen“ (ob sie nun kommen sollten oder nicht) will man im niedergelassenen Bereich ebenso die Kluft zwischen „Normalversichterten“ und Privatversicherten weiter tiefer reißen. Man spielt mit dem Gedanken, die Wahlarztrückerstattungen (sprich das Geld, das der Patient für die Wahlarztbehandlung von der Krankenkasse zurückbekommt) sukzessive zu streichen. Dies würde bedeuten, daß Patienten umso mehr zum Kassenarzt gedrängt werden. Eine logische gesundheitspolitische Konsequenz daraus wäre – bei derzeitigen Wartezeiten beim Kassenarzt bis über 6 Monate - mehr Kassenarztstellen zu schaffen und v.a. auch die Zeit mit den Patienten besser zu honorieren. Das ist aber (zumindest derzeit) nicht geplant, das absolute Gegenteil ist der Fall. Das was sich (schon) geändert hat ist, daß die sogenannten „Deckelungen“ fallen werden. Die Deckelungen regeln - grob gesagt – die Anzahl der Patienten und Untersuchungen, die ein einzelner Arzt durchführen darf bzw. die von der GKK honoriert werden. Das bedeutet kurzum, daß bei gleichbleibenden Kassenstellen und nun fehlender Deckelungen die „5-Minuten-Medizin“ sogar noch weiter forciert wird, da nun wiederum umso mehr Quantität statt Qualität honoriert wird. Das ist aus meiner Sicht ein ganz klarer Schritt in die falsche Richtung und stellt für mich eine sehr bedenkliche Entwicklung dar.

Gerade im Fachgebiet der Inneren Medizin braucht es Zeit, um auf die (zumeist komplexen) Probleme und Bedürfnisse der Patienten einzugehen. Nicht nur das ausführliche Gespräch mit dem Patienten, auch eine qualitativ hochwertige Diagnostik bedarf an Zeit. Ein präziser und korrekter Ultraschallbefund benötigt einfach mehr als ein paar Minuten oder gar Sekunden.

 

Was tun?

Leider ist diese Entwicklung bedauernswert. Die zuständige Regierung wurde jedoch demokratisch gewählt und so muß man sich (derzeit) mit den Gegebenheiten abfinden. Die Änderungen werden wohl unaufhaltsam kommen. Die größte Frechheit liegt wohl darin, daß die Regierungsmitglieder und zuständigen Beamten natürlich nicht betroffen sind und weiterhin ihre Privilegien genießen dürfen. Es trifft wie immer uns – die „Normalbevölkerung“.

Ich rate daher meinen Freunden, Bekannten und natürlich auch Patienten zum Abschluß einer Wahlarztversicherung, die zumeist leistbar ist und mögliche hohe Kosten verhindert. Diese Privatarztversicherungen kosten zur Zeit je nach Alter und Konditionen zwischen 30-90€/Monat und meiner Meinung nach ist es zu erwarten, daß nach Inkrafttreten der neuen ÖGK und dem vermeintlichen Wegfall der Rückerstattungen diese Versicherungen empfindlich teurer werden. Es ist eine Schande, daß wieder einmal (populistische) politische Aktionen auf dem Rücken der wirtschaftlich Schwächsten unserer Gesellschaft ausgetragen werden. Ich habe daher beschlossen, meinen Beitrag zu leisten und werde in Zukunft an regelmäßigen Terminen finanziell bedürftige Menschen, die in Kooperation mit einer karitativen Organisation an mich weitergeleitet werden, in meiner Ordination umsonst betreuen. Das ist das Mindeste, was ich zu dieser „Misere“ beitragen kann.

In diesem Sinne wünsche ich Allen einen guten Rutsch und ein schönes und vor allem gesundes 2019!

​Link zum Artikel mit Thema Diabetes in der aktuellen Ausgabe der Bezirksrundschau:

Link zum Artikel mit Thema Brustschmerzen in der aktuellen Ausgabe der Gesundheitsbeilage der OÖN:

Diabetes - weniger ist mehr

Die Häufigkeit der Zuckerkrankheit liegt in Österreich laut aktuellem Bericht der Österreichischen Diabetesgesellschaft bei 7-11%. Dabei handelt es sich meist um den sogenannten Altersdiabetes (Typ 2-Diabetes). Als Ursachen gelten neben genetischen Faktoren hauptsächlich Übergewicht, mangelnde Bewegung sowie eine hochkalorische, kohlenhydrat- und fettreiche Ernährung, weshalb es zu Recht eine Art "Volkskrankheit" genannt wird, da die Häufigkeit auch unserer Lebensweise geschuldet ist. Der Österreicher ist Weltranglistenerster in der Kalorienzufuhr und liegt mit durchschnittlich knapp 4000 Kalorien täglich noch vor den Amerikanern. Laut österreichischem Ernährungsbericht 2017 sind über 40% der Österreicher übergewichtig. Hier gilt es gegenzusteuern, weshalb Medikamente oft nicht die erste Wahl darstellen, vielmehr sind hier die Erstellung und nachfolgend auch Einhaltung der korrekten (balancierten Misch-)Diät und ein gesundes Maß an Bewegung sinnvoller, um eine nachhaltige Gewichtsabnahme zu erreichen. Entgegen der allgemeinen Auffassung ist die Zuckerkrankheit nicht nur verhinderbar sondern auch heilbar, v.a. wenn sie durch den falschen Lebensstil hervorgerufen wird. In jedem Fall sollte die Gabe von Insulin beim "klassischen" (übergewichtigen) Typ-2-Diabetiker unbedingt vermieden werden, da dies zur Gewichtszunahme führt und so allen Bemühungen um ein aktiveres und bewegteres Leben entgegenwirkt.

 

Insulin sollte beim klassischen Typ 2 Diabetes immer die letzte Wahl (=ultima ratio) sein!

Diabetes führt zu gesundheitlichen Komplikationen und Folgeerkrankungen, die durch Veränderungen an kleinen und großen Gefäßen bedingt sind. Dies kann zu Erkrankungen an Herz, Gehirn, Augen, Nieren, Nerven und Gliedmaßen führen und im Extremfall Herzinfarkte, Schlaganfälle, Erblindung, Dialyseabhängigkeit und notwendige Amputationen von Gliedmaßen verursachen.


Die Diagnose des Diabetes erfolgt mittels Blutzuckertests, wobei hier wiederholte Nüchternmessungen, Belastungsmessungen (Glukosetoleranztest) und Langzeitmessungen (der sogenannte HbA1c) zur Auswahl stehen. So lassen sich auch Frühformen des Diabetes (sogenannter Prädiabetes) erkennen und rechtzeitig behandeln.
Durch regelmäßige Kontrollen beim Arzt ihres Vertrauens können diese Vorstufen oft erkannt werden und rechtzeitig mittels Lebensstilmodifikation behandelt werden. Hier kann die richtige Ernährung und der geeignete Trainings- bzw. Bewegungsplan die Entstehung eines Diabetes effektiv verhindern. Außerdem können im Rahmen eines Gesundheits- bzw. Fitnesschecks mit Belastungs-EKG nicht nur die optimale Trainingsmethode und der Trainingspuls berechnet werden, auch Herz und Lungen werden in Ihrer Funktion überprüft.

Auch ein schon bestehender Diabetes kann durch diese Maßnahmen deutlich verbessert werden, Medikamente können reduziert und bei guter Mitarbeit durch den Patienten sogar teilweise oder gänzlich beendet werden - weshalb der Diabetes für mich wieder umso mehr eine heilbare Erkrankung darstellt.

Ich berate und begleite Sie gerne sowohl bei Vorsorge und Prävention, als auch natürlich bei schon bestehendem Diabetes, einfach Termin vereinbaren unter 0676 67 67 340 oder jetzt auch direkt auf unserer online Terminvereinbarung!

Link zum Artikel mit Thema Luftnot in der Gesundheitsbeilage der OÖN vom Mai 2018:

Informatives zum Reizdarmsyndrom

Das Reizdarmsyndrom (kurz RDS) ist eine funktionelle Magen-Darm-Störung, die sehr weit verbreitet ist und sehr häufig vorkommt. Sie betrifft beide Geschlechter ebenso wie alle Altersklassen gleichermaßen, die Häufigkeit in der Allgemeinbevölkerung wird in der Literatur sehr unterschiedlich, aber teilweise auf bis zu 25% angegeben.

Obwohl diese Krankheit sehr häufig vorkommt und von den Patienten oft als sehr quälend beschrieben wird, ist sie von Ihrer Entstehung her noch nicht völlig verstanden und wird auch von den spezialisierten Fachgesellschaften als eine „von vielen Faktoren abhängige Störung mit hochkomplexem Ursprung“ bezeichnet. Heutzutage geht man davon aus, daß eine „Immunschwäche“ der Darmschleimhaut sowie bakterielle Fehlbesiedelungen (Veränderungen des „Mikrobioms“, welches wir auch noch nicht zur Gänze verstehen) eine wesentliche Rolle spielen.

Zusätzlich gibt es auch eine Vielzahl an psychischen Faktoren, die mit dem RDS einhergehen oder es beeinflussen können. Dies impliziert aber nicht, daß eine psychische Komponente vorhanden sein muß, wie lange fälschlicherweise angenommen wurde und zu einer falschen Stigmatisierung der RDS-Patienten geführt hat.

Triggerfaktoren für das Ausbrechen eines Reizdarmsyndroms können u.a. ein vorangegangener Magendarminfekt, eine Nahrungsmittelunverträglichkeit, chronischer Streß, Entzündungen und chirurgische Eingriffe sein.

Kriterien:

Seit 2016 gibt es neue Kriterien (ROM IV), die das RDS definieren. So spricht man von dieser Krankheit, wenn durchschnittlich einmal pro Woche über die letzten drei Monate wiederholt Bauchschmerzen auftreten, zusätzlich mit zwei weiteren Symptomen wie z.B.:

-Bauchschmerzen in Verbindung mit Stuhlgang

-Bauchschmerzen in Verbindung mit veränderter Stuhlfrequenz (=Häufigkeit)

-Bauchschmerzen in Verbindung mit veränderter Stuhlform

Es dreht sich somit wieder mal alles um den Stuhl und dessen Erscheinungsbild. Dies sollte – auch wenn kein bevorzugtes Gesprächsthema beim Stammtisch – in jedem Fall ausführlichst mit Ihrem Arzt besprochen werden. Das RDS ist eine „Ausschlußdiagnose“, das heißt dass zuerst alle anderen Krankheiten ausgeschlossen werden müssen, bevor man die Diagnose RDS stellen kann.

Diagnostik:

 

Die Diagnostik dient wie oben erwähnt dazu, andere Ursachen auszuschließen. Hierzu gehört das ausführliche Anamnesegespräch (=Ihre persönliche Krankengeschichte) und die genaue körperliche Untersuchung. Symptome wie Gewichtsverlust, Blut am Stuhl, Fieber, Blutarmut etc. passen nicht in das Bild eines RDS und sollten von dieser Diagnose wegführen. In jedem Fall ist eine Blut- und Stuhluntersuchung sowie eine Darmspiegelung als zusätzliche Diagnostik unumgänglich, bei Frauen ist unbedingt auch eine gynäkologische Abklärung angezeigt.

 

Therapie:

 

Weil das RDS so unterschiedlich auftritt, gibt es auch keine Standardtherapie. Die Therapie richtet sich nach jedem Patienten einzeln und sollte individuell auf dessen Bedürfnisse und Symptome zugeschnitten sein. Daher kann man gar nicht oft genug betonen, wie wichtig und wertvoll die Zeit ist, die sich der Arzt für seinen Patienten nehmen soll, damit alle Facetten der Erkrankung erfasst und diese so adäquat behandelt werden können. Auch sind engmaschige Kontrollen notwendig, da natürlich jede begonnene Therapie experimentellen Charakter hat im Sinne eines „trial and error“ und nach spätestens 3 Monaten bei fehlender Wirksamkeit wieder abgesetzt bzw. geändert werden sollte.

Man hantelt sich also praktisch Symptom für Symptom zur Beschwerdefreiheit. Daher ist auch das regelmäßige feedback des Patienten so wichtig.

 

Zum vermehrten Einsatz von Probiotika (=Nahrungsergänzungsmittel bestehend aus lebenden Mikroorganismen) gibt es drei wichtige Dinge zu sagen:

1)Leider fehlen große, gut aufgebaute klinische Studien gänzlich. Die Studien, die es derzeit gibt zeigen so verschiedene Ergebnisse, daß es derzeit unmöglich ist, eine ernsthafte Empfehlung zu geben.

2)Wenn der Versuch gestartet wird, sollte auf eine ausreichende Dosierung geachtet werden (mind. 10 9 Bakterien pro Stamm).

3)Vorsicht bei Mischpräparaten: Diese sind häufig unterdosiert und es ist auch zuwenig über die Interaktionen zwischen den einzelnen Bakterienstämmen bekannt.

Abschließend läßt sich zusammenfassend sagen, daß die Therapie des RDS individuell auf jeden einzelnen Patienten individuell zuzuschneidern ist. Daß die Erfolgsaussichten einer solchen Therapie natürlich abhängig von der Qualität und Zeit bei Ihrem Arzt sind liegt auf der Hand.

Umstrittener Risikofaktor Cholesterin

Anläßlich der jährlich wiederkehrenden Diskussion und einer kürzlich ausgestrahlten Sendung auf ORF III, welche als Fazit die Aussage vermittelte, der Cholesterinwert wäre belanglos und die Empfehlungen zur Cholesterinsenkung seien lediglich ein profitgesteuerter Einfall der Pharmaindustrie und deren Mittelsmänner - im Beitrag offensichtlich korrupte Ärzte - ist es mir wichtig, mit objektiven Informationen hoffentlich nachfolgend für etwas "Entwirrung" zu sorgen...

Erstens, zu meiner Person:

Für mich als unabhängigen und selbständigen Internist bzw. Facharzt für Innere Medizin bestehen keinerlei Interessenskonflikte im Hinblick auf die Pharmaindustrie. Ich bin finanziell unabhängig, zahle mir meine Fortbildungen und sonstige Ausgaben selbst, lasse mich weder von Pharmafirmen beschenken (das ist auch mittels Antikorruptionsgesetz in Österreich seit einigen Jahren nicht mehr erlaubt) oder gar auf einen Urlaub mit der Familie einladen (das käme auch ohne Gesetz für mich niemals in Frage), noch lasse ich mich durch irgendwelche von Pharmareferenten vorgelegten Daten oder Studien beeinflussen, die ich nicht selbst sorgfältigst gelesen und nachgeprüft habe.

Das ist auch bei allen Kollegen, die ich kenne und mit denen ich zusammenarbeite, ebenso.

Zweitens, zu den Fakten:

Unbestritten ist, daß Cholesterin ein wichtiger Bestandteil der Zellen und auch die Grundsubstanz für verschiedene Hormone ist. Dies wird von den Gegnern der Cholesterinsenkung immer als Hauptargument angeführt.

Tatsache ist aber auch, daß der Körper in der Lage ist, das benötigte Cholesterin vollständig selbst herzustellen und nicht auf die Zufuhr von außen angewiesen ist. Des weiteren sprechen wir hier über das Cholesterin in den Zellen, welches durch eine cholesterinsenkende Therapie unangetastet bleibt.

Es geht bei dieser "Cholesterindiskussion" lediglich um die Menge des Cholesterins im Blut und die sich daraus ergebende Ablagerung von Cholesterin in den Blutgefäßen, insbesondere natürlich auch in den Herzkranzgefäßen.

Seit 1948 bestehen mit der Framingham-Studie Forschungen, die allesamt die Wirksamkeit der Cholesterinsenkung im Hinblick auf die Reduktion der Mortalität (=Sterblichkeit) bei Herz- und Gefäßerkrankungen mehrfach beweisen.

Einige Beispiele, die man bei Interesse hierzu nachlesen kann wären die 1994 erschienene 4S-Studie, weiters die LIPID-Studie 1998, HPS-Studie 2002, PROVE-IT 2004, FOURIER-Studie 2017 etc. In letzterer konnte sogar unter Einsatz eines PCSK9-Hemmers - ein neues Medikament, welches bei Statinunverträglichkeit verabreicht werden kann - gezeigt werden, daß sogar Cholesterinwerte <10mg/dl nicht zu einer Zunahme von Nebenwirkungen oder unerwünschten Komplikationen führen.

Weiters ist es wichtig zu wissen, daß die Notwendigkeit zur Cholesterinsenkung abhängig vom individuellen Risiko des Patienten besteht. So liegt z.B. der Cholesterin-Zielwert eines Diabetikers oder Herzkranzgefäßkranken naturgemäß viel niedriger als der eines gesunden Menschen ohne derartige Risikofaktoren.

Es muß also nicht bei jedem erhöhten Cholesterinwert sofort mit einer Statintherapie begonnen werden, oft führen sogenannte "lifestyle-Modifikationen" (regelmäßige Bewegung/Sport, Gewichtsabnahme, gesunde Ernährung) ebenso zu einer signifikanten Cholesterinsenkung.

Hierzu hat die österreichische Atherosklerosegesellschaft (AAS) 2014 folgende nichtmedikamentöse Maßnahmen bzw. Richtlinien vorgeschlagen:

- Ungesättigte statt gesättigte Fettsäuren

- Einnahme von nicht verarbeiteten Nüssen von ca. 60 g pro Tag; dies entspricht etwa einer Handvoll Nüsse (z.B. Walnüsse)

- Aufnahme löslicher Ballaststoffe - z.B. Vollkornbrot, Obst, Hülsenfrüchte, Gemüse (5–15 g pro Tag)

- Sojaprodukte (ca. 50 g Sojaeiweiß pro Tag)

Auch Nahrungsergänzungsmittel (NEM), die roten Hefereis enthalten, werden in diesen Richtlinien erwähnt.

Roter Hefereis ist ein Fermentationsprodukt aus chinesischem Reis, welches Monacolin K (= Lovastatin = Vorstufe der Statine) enthält und das LDL-Cholesterin signifikant senken kann.

Somit stehen heutzutage bei Unverträglichkeit gegenüber Statinen, die statistisch etwa 5-8% der Patienten betreffen und v.a. mit Myalgien (Muskelschmerzen) der Beine oder erhöhten Leberwerten einhergehen, zahlreiche Therapiealternativen zur Verfügung.

Als Ihr behandelnder Facharzt kann ich Sie wissenschaftlich fundiert und kompetent beraten und Ihnen die optimale, auf Sie zugeschnittene Therapie zusammenstellen.

Vertrauen Sie in solchen Angelegenheiten einem Fachmann und nicht irgendwelchen Gerüchten, denn hier geht es um Ihre Gesundheit.