Die Wahlarztdebatte

Sehr geehrte Patientinnen und Patienten,

 

Aufgrund der rechtzeitig nach Pandemie-Ende von der ÖGK initialisierten Diskussion um das Wahlärztesystem und den Frontalangriff auf die gesamte Ärzteschaft möchte ich Sie über einige Fakten informieren, damit Sie hier besser im Bild sind.

 

 

Vorab als Information über das niedergelassene System in Österreich:

 

Wenn man sich als Arzt in Österreich niederläßt hat man 3 Optionen:

 

1)Als Kassenarzt: hier wird man nach einem Honorarkatalog nicht vom Patienten, sondern von seiner Krankenkasse bezahlt. Da die Honorare seit Jahrzehnten nicht mehr erhöht wurden (und teilweise lächerlich niedrig sind) und gedeckelt sind, verliert dies immer mehr an Attraktivität. Sie haben im Endeffekt alle Nachteile der Selbständigkeit (hohe Investitionskosten, Personalkosten etc., eigenes Risiko), die Vorteile bleiben ihnen aber zumeist verwehrt (Flexibilität, Entlohnung nach Arbeitsaufwand etc.). Es war früher sehr schwierig, einen Kassenvertrag zu bekommen (hierzu muß man sich bewerben und gewisse Qualifikationen mitbringen, der beste Bewerber bekommt dann die Zusage), heutzutage ist es für Allgemeinmediziner – also Hausärzte – einfacher, da einige Stellen unbesetzt sind, als Facharzt ist es in vielen Fächern noch schwierig, in einigen leichter.

 

2)Als Wahlarzt: hier verrechnet man mit dem Patienten direkt, die Höhe des Honorars ist frei wählbar, muß sich jedoch im Rahmen der privatärztlichen Honorarordnung bewegen (ist also ebenso geregelt). Die Honorarnote wird dann vom Patienten (oder auch ggf. der Ordination) bei der Kasse eingereicht und der Pat. erhält eine Rückerstattung, die von Kasse zu Kasse verschieden ist. Um dies gewährleisten zu können, muß der Wahlarzt die Rückerstattungsberechtigungen der Kassen erwerben (dazu müssen erforderliche Ausbildung und Erfahrung sowie technischen Geräte vorliegen, es ist also in jedem Fall Qualitätskontrolle vorhanden), zudem muß er sich auch bei der Verrechnung an den Honorarkatalog und gewisse Bedingungen halten (sprich die korrekten Positionen angeben, die korrekten Indikationen erfüllen etc.), also von der Bürokratie nicht ganz befreit, aber zumindest bleiben einige Vorteile der Selbständigkeit erhalten.

3)Als Privatarzt: hier wird ebenso direkt verrechnet, der Unterschied ist nur, daß sie nichts von ihrer Kasse zurückbekommen. Dazu auch keine Qualitätskontrolle (keine Rückerstattungsberechtigung etc. nötig) und daher auch keine Bürokratie, es muß kein Katalog o.ä. berücksichtigt werden.

Kommen wir also zur Sache:

Es wurden in den letzten Wochen und Monaten viele Fakten verdreht, Vieles falsch dargestellt oder es wird teilweise schlichtweg bewußt gelogen. Ich möchte ein paar typische Parolen der Herrschaften Huss, Wurzer, Hacker und Konsorten aufgreifen und Ihnen erklärbar machen, was sich hier wirklich abspielt.

Abgesehen davon, daß diese Herrschaften (Wurzer ist Jurist, Hacker ist Beamter, dessen höchste abgeschlossene Ausbildung die Matura ist, Huss ist gelernter Tischler) so überhaupt keine Ahnung von der Medizin oder dem Gesundheitswesen an sich haben, geht es hier nur darum, ein Feindbild zu erschaffen bzw. eher altbekannte Feindbilder aufrecht zu erhalten. Am Besten kaschiert man das eigene Versagen, wenn man einen Sündenbock findet, dem man die gesamte Misere umhängen kann.

Lassen Sie mich also im folgenden einiges klarstellen und die immer wiederkehrenden Vorwürfe seitens dieser Herren entkräften:

1) Unser Studium würde 600000 Euro kosten, das würde von den Menschen in Österreich bezahlt und daher haben wir Gemeinschaftsdienst zu leisten.

Das Studium kostet erstens mitnichten soviel Geld (auf der Salzburger Privatuni kostet es 19000€ pro Jahr). Zweitens, wenn es soviel kosten würde, läge der Fehler mal ganz woanders. Drittens, wenn man diese Argumentation auf alle Studienrichtungen und Berufsgruppen läge, müßte jeder Sozialdienst leisten. Auch die Volksschulausbildung kostet etwas. Sie können nicht verlangen, daß jeder, der die Volksschule abgeschlossen hat, einmal wöchentlich den Schulhof fegen muß.

Dieses Argument ist eine gezielte Fehlleitung und soll eine Neiddebatte auslösen, die natürlich in Zeiten wie diesen gut funktioniert.

Wir leben in einem Sozialstaat, Ausbildung ist hier jedem zugänglich. Jeder darf alles studieren was er will. Und dafür soll er nicht bestraft werden.

Noch einige Gedanken dazu: Was ist mit den Studenten aus Deutschland und Südtirol, die so ein teures Studium hier geniessen und dann wieder in ihr Heimatland zurückkehren nach dem Studium? Wurscht oder?

Und abschließend möchte ich sagen, daß wir im Rahmen unserer Ausbildung (abgesehen von den Steuern, die wir in einem Berufsleben dem Staat zukommen lassen) sicherlich der Allgemeinheit genug zurückgeben. Meine Überstunden wurden im Turnus und in meiner Assistenzzeit (Facharztausbildung) abpauschaliert mit 105€ brutto/Monat (und das bei durchschnittlich >150 Überstunden/Monat) und wir sind die Nächte durchgerannt, damit wir jede und jeden adäquat versorgen konnten, auch diejenigen, die es wirklich nicht nötig hatten. Im Studium mußte ich übrigens auch ein halbes Jahr im Krankenhaus arbeiten, das natürlich gratis (war damals ganz normal).

 

 

2) Die Wahlärzte würden an der medizinischen Versorgung nicht teilnehmen

 

Wieder eine gewollte Irreführung und eigentlich klare Falschmeldung.

Wahlärzte haben gerade in der Pandemiezeit einen großen Teil der Versorgung gestellt. Ohne diesen Kraftakt wäre das medizinische System zusammengebrochen.

Wenn man natürlich auf einem gemütlichen Sessel in der ÖGK oder in der Parteizentrale hockt und nicht schaut, was draußen passiert, behauptet man natürlich so einen Unsinn.

 

Die jüngsten Forderungen von Fr. Haberlander sind auch völlig irreführend, und das wahrscheinlich mit Absicht. Wieder werden die Wahlärzte dargestellt, als würden sie nichts leisten und nur Systembelaster sein. Es wird z.B. eine verpflichtende Behandlung von Drogensüchtigen in der Ordination gefordert. Diese gibt es aber auch für Kassenärzte nicht. Hier wird einfach nur auf Kosten einer freien Berufsgruppe politisches Kleingeld gemacht und vom eigenen Versagen und den eigenen Skandalen abgelenkt - bis dato ist kein Wahlarzt verhaftet worden und es sitzt auch keiner hinter Gitter. Was die Damen und Herren der Regierungsparteien nicht unbedingt behaupten können.

 

 

3) Die Wahlärzte würden soviel Kosten verursachen

 

Die größte Lüge von allen!

Die ÖGK spart sich mit den Wahlärzten eine Unmenge an Kosten. Wären alle Wahlärzte Kassenärzte in Oberösterreich, würden der ÖGK Mehrkosten in Millionenhöhe entstehen, da sie dann die erbrachten Leistungen zu 100% des Kassentarifs refundieren müssten. Bei den Wahlärzten sind es maximal 80% des Kassentarifs, und das ist eher die Ausnahme, denn viele Positionen werden einfach nicht rückerstattet und die die rückerstattet werden, besieht man mit einer Vergütung der eigentlichen Position nach Gutdünken. Ich habe dies stichprobenartig bei einigen meiner Patienten nachgeprüft und gesehen, daß einzelne Positionen teilweise nur mit 20-30% rückerstattet werden. Auf Nachfrage gibt es hier nur Achselzucken bei der ÖGK und den nun angestellten Leasingarbeitern, die natürlich nicht sehr viel Ahnung von der Materie haben.

Dann kommt noch hinzu, daß einige der Patienten ihre Honorarnote gar nicht einreichen, da es sich für 8€ und ein paar Cent oft nicht lohnt (das ist die Rückerstattung für eine ausführliche körperliche Untersuchung, ein ausführliches Patientengespräch sowie einen Befundbericht).

 

Fragen Sie mal beim Installateur, beim Elektriker, beim Tischler, bei irgendwem nach, was sie da für 8€ bekommen. Recht viel mehr als ein unhöfliches Handzeichen wird sich da kaum ausgehen.

 

 

4) Die Wahlärzte wären schuld an einer 2-Klassen-Medizin

 

Wie denn das bitte? Die Meisten sind Wahlärzte, weil sie keinen Kassenvertrag bekommen (aktuell sind in ganz Oberösterreich in meinem Fachgebiet, der Inneren Medizin, 2 Stellen ausgeschrieben, wobei eine eine 30%-Stelle zur Mitarbeit ist - nicht gerade attraktiv an sich schon - und die andere ist ab 2023 zu besetzen und noch in der Bewerbungsphase. Beide Stellen sind in der Peripherie, man kann also nicht behaupten, daß hier Unmengen leer stehen, ganz im Gegenteil). Die Warnung vor der 2-Klassen-Medizin ist die heilige Kuh der Politik und ein Totschlagargument, dessen sich mittlerweile jede Partei bedient. Und jetzt sage ich Ihnen mal ehrlich etwas:

Die 2-Klassen-Medizin gab und gibt es schon immer!

Und das schon lange bevor es das Wahlarztsystem gab. Damit ist nicht die Qualität der medizinischen Versorgung gemeint, die ist (hoffentlich) immer gleich, bloß der Zugang und die Zeit spielen eine Rolle.

 

Dies spiegelt sich aber vor allem im Krankenhaus wieder und gar nicht so im niedergelassenen Bereich. Natürlich bekommt man beim Wahlarzt meistens zeitnäher einen Termin und zumeist kann er sich mehr Zeit nehmen, die Behandlung ist aber (hoffentlich) gleich.

Im Krankenhaus hingegen kann ich mich erinnern, daß ich als Oberarzt in der Notaufnahme von oberster Stelle angehalten wurde, alle Zusatzversicherten, die in die Ambulanz kommen, einfach stationär aufzunehmen, egal ob sie eine medizinische Notwendigkeit dazu hätten oder nicht - wogegen ich mich natürlich geweigert habe (da dazu auch noch - neben der ethischen Verwerflichkeit und der Nichtvereinbarkeit mit dem hippokratischen Eid - immer Bettenknappheit war und dadurch wohl einige Patienten, die dringend ein Bett benötigt hätten, leer ausgestiegen wären) und mir dadurch natürlich sehr viel Unmut zugezogen habe und dies einige Wellen im Krankenhaus geschlagen hat.

Man beachte, daß solche Anweisungen NICHT von Ärzten kommen, so etwas kommt von der "kollegialen Führung" - übersetzt: von den Wirtschaftlern, die im Vorstand hocken. Und wäre dieses Krankenhaus nicht in einer personellen Notlage gewesen, hätten sie mich sicherlich fristlos entlassen.

Und das ist das Kernproblem der heutigen "modernen" Medizin - die Wirtschaft redet mit bzw. hat sie eigentlich schon längst das Ruder übernommen. Wir haben es zugelassen, daß in den Krankenhäusern die Wirtschaftler das Sagen haben und nicht mehr die Ärzte, der ärztliche Leiter hat schon längst keine wesentliche Entscheidungskraft mehr (ihm stehen in der kollegialen Führung 3 "Nicht-Ärzte" gegenüber) und fungiert als reine Vorzeigefigur. Die Wirtschaftler bestimmen, wie etwas medizinisch günstig zu behandeln ist, wie lange ein Patient stationär bleiben darf (so daß es sich natürlich finanziell rentiert), forciert die Rekrutierung von Zusatzversicherten (man erinnere sich auch an die AKH-Card, für die Linzer die es noch kennen) etc. etc., es wird nur der maximale Profit verfolgt von denjenigen Wirtschaftlern, die im Krankenhaus und auch in der ÖGK und an sonstigen Schlüsselpositionen sitzen, und das alles zu Lasten der Patienten und auch uns Ärzten!

Man erinnere sich nur an die glorreiche Zusammenlegung der Gebietskrankenkassen zur allumfassenden ÖGK, hier sollte eine Milliarde eingespart werden, die den Patienten zugute kommen sollte – ein totaler Rohrkrepierer, das einzige Ergebnis aus oberösterreichischer Sicht war, daß ca. 500 Millionen an Rücklagen der OÖGKK (die von den Beitragszahlern kommen!) sofort nach Wien abgezogen wurden. Aber keine Sorge, dort kommen sie auch mitnichten beim Patienten an. Kleines lustiges Detail am Rande: Als Arzt oder Patient merkt man eh nix von der Zusammenlegung, es gibt nach wie vor die Landesstellen (die heißen dann ÖGK-O, ÖGK-N, ÖGK-W etc.) und nach wie vor kocht jede Landesstelle ihr eigenes Süppchen, die Rückerstattungen für die Patienten variieren extrem von Bundesland zu Bundesland und auch nach wie vor hat jede Landesstelle ihre eigenen Positionsnummern und Regeln. So wie immer halt.

Fazit:

Die Medizin ist kein „Business“! Sie ist kein Wirtschaftszweig. Es war nie Sinn oder Ziel der Medizin, schwarze Zahlen zu schreiben oder gar Profit anzuhäufen.

Und genau deshalb - und das ist auch gut so - wehren wir Ärzte uns jetzt vor der Infiltration von Wirtschaftlern im niedergelassenen Bereich.

Womit wir bei Punkt 5 wären.

5) Das Susi-Sorglos-Paket

Vorgeschlagen von Andi Ahnungslos und seinen Spießgesellen.

Nichts anderes als die obig beschriebene Einmischung bzw. eben Infiltration der Wirtschaft in die Medizin ist wohl das "Susi-Sorglos-Paket", wo man uns jemanden vorsetzen will, der sagt wie und was wir zu arbeiten haben und der den Betrieb "wirtschaftlich" führt und noch schön mitverdient.

Das mag vielleicht auch der Grund sein, wieso sich die Ärztekammer in manchen Ländern gegen PVEs (Primäre Versorgungseinheiten) wehrt, denn auch hier sitzt ein Wirtschaftler und organisiert und "teilt ein", ohne am Arbeitsprozeß beteiligt zu sein – aber natürlich bei gutem Salär.

Den schlechten Kassenvertrag gutzureden, in dem man suggeriert, daß Ärzte nicht wirtschaftlich denken können und man Ihnen hier zuhilfe kommen müßte, ist an Frechheit nicht zu überbieten. Es hat sich wohl über die Pandemie hinaus bei unseren Politikern durchgesetzt, uns für blöd zu erklären und uns Vergleiche und Bezeichnungen in Kinderform zu übermitteln (so wie der Babyelefant z.B.).

6) Die Kassenärzte verdienen so viel

Das feuert die weitere Neiddebatte an, bei der der Österreicher halt leider sehr empfänglich ist.

Man muß generell festhalten, daß die Verdienste sehr differieren, hier spielt es vor allem eine Rolle ob Hausarzt, Facharzt, welches Fach, welche Gegend, welcher Vertrag etc.

In jedem Fall muß man aber klar festhalten: Die Kassenärzte können nur kostendeckend verdienen, wenn sie eine gewisse Anzahl an Patienten betreuen. Und nachdem die Tarife seit Jahrzehnten nicht mehr angeglichen wurden, werden das immer mehr, da natürlich alle andere Kosten steigen.

Ich habe auch noch nie einen faulen Kassenarzt kennengelernt, nahezu alle arbeiten am Limit.

Nur um es kurz zu verdeutlichen, jeder Arzt hat hohe Investitionskosten und laufende Kosten, die er erst mal decken muß, bevor überhaupt einmal etwas für ihn selbst bleibt.

In meinem Fall ist das relativ einfach:

Investitionskosten in meine neue Ordination sind sechs-stellig (Umbau, Geräte etc.)

Meine laufenden Kosten sind Miete, Personal, Verbrauchsmaterialien, Software, Versicherungen usw. usw. - bei einer im Vollbetrieb (35-40h) laufenden Ordination sind diese Kosten 5-stellig.

Und demgegenüber haben sie dann die Kassentarife, wo man für eine "Ordination" (das beinhaltet Gespräch, Untersuchung und Befund) 8€ erhält. Gedeckelt. Das bedeutet, ab einer gewissen Anzahl von Patienten arbeiten sie gratis. Und wenn derselbe Patienten 50x im Quartal kommt, behandeln sie ihn quasi 49x gratis.

Genauso ist es bei den apparativen Untersuchungen. Diese sind schlechtest dotiert und gedeckelt. Ein ordentliches Ultraschallgerät kostet mindestens 40000€. Der Kassentarif eines Bauchultraschalles (das beinhaltet den gesamten Bauchraum, alle Organe, alle Gefäße etc) beträgt 48€. Gedeckelt. Abgesehen von der Verantwortung, die sie mit dieser Untersuchung tragen (man könnte Tumoren der Bauchspeicheldrüse übersehen, Lebertumoren etc.) und die jahrelange Ausbildung, die sie benötigen, um solch eine Untersuchung adäquat und mit Qualität durchführen zu können, erübrigt sich glaub ich jede weitere Diskussion. Gefäßultraschall: 11€. Herzultraschall: 32€. Und wie gesagt: Gespräch und Untersuchung: 8€.

Da muß man sich nicht wundern, wenn nicht viel Zeit für ein Plauscherl bleibt.

Ich empfehle einen Einblick in den Honorarkatalog der ÖGK unter nachfolgendem Link:

https://www.gesundheitskasse.at/cdscontent/load?contentid=10008.734986&version=1587383953

Ich könnte hier noch seitenweise weiterschreiben (z.B. über das deutsche System, das von diesen Herrschaften so angepriesen wird, eine weitere Fehldarstellung von Fakten - denn in Deutschland kann jeder Arzt über die Kasse abrechnen und auch gleichzeitig als Privatarzt/Wahlarzt arbeiten, was bei uns schon lange gefordert wird aber dank der ÖGK verboten ist!), weil ich einfach schon seit fast 20 Jahren Einblick in dieses System habe und trotzdem jeden Tag nochmal aufs Neue erschreckende Dinge feststellen muß. Aber ich spare es mir und hoffe ich konnte Ihnen einen ungefähren Überblick über die Problematik verschaffen und bitte Sie zugleich, sich nicht von Klischees, Standardparolen und Neiddebatten beeinflussen zu lassen, sondern das Problem als das zu erkennen was es ist:

Die ÖGK betreibt ein falsches Spiel. Sie ist aufgrund ihrer sehr unattraktiven und starren Kassenverträge und ihrer fehlenden Einsicht bzw. Selbstreflexion ihrem Versorgungsauftrag der Bevölkerung Österreichs - also ihrer Beitragszahler und somit Finanzierer - nicht nachgekommen.

Dieses eigene Versagen auf die Ärzte abzuwälzen ist einfach nur eine Frechheit.

Das wäre, wie wenn sie eine x-beliebige Firma besitzen, sagen wir es ist ein Restaurant, und sie suchen Kellner. Sie bieten den Kellnern ein Monatsgehalt von max. 800€ brutto inkl. Überstunden, die werden nämlich gedeckelt. Und dann beschweren sie sich über all die gierigen Kellner, die einfach nicht in ihrem Restaurant arbeiten wollen sondern in ein anderes arbeiten gehen - oder ihr eigenes Lokal aufmachen. Das gehört natürlich verboten.

 

Im Endeffekt werden Ärzte und Patienten gegeneinander ausgespielt, und das nur, weil es gewisse Funktionäre und Politiker gibt, die nur ihr eigenes Wohlergehen im Sinn haben und wie alle anderen nur bis zur nächsten Wahl denken.

Und das sollten wir uns auf keinen Fall gefallen lassen - weder als Arzt, noch als Patient.

Hochachtungsvoll, Ihr Dr. Adrian Mirtl

Zweiter Standort ab 1.5.2022

Liebe Patientinnen und Patienten!

Mit großer Freude und voller Stolz darf ich Ihnen meinen zweiten Standort, den ich ab 1.5.2022 gemeinsam mit meiner geschätzten Kollegin Dr. Helene Atalla führen werde, bekanntgeben. Dieser befindet sich im wunderschönen

Schloß Puchenau in der Karl-Leitl-Straße 1 in 4048 Puchenau und ist vor allem für unsere Mühlviertler Patienten ein wesentlicher Zugewinn, da sie uns völlig staufrei erreichen und sich nicht mehr bis nach Linz durchschlagen müssen, auch die Parkplatzsuche erübrigt sich, da vor dem Schloß genügend Möglichkeiten gegeben sind, dazu sind wir selbstverständlich auch hier barrierefrei erreichbar.

Natürlich bieten wir auch im Schloß das gesamte Spektrum der Inneren Medizin an, Fr. Dr. Atalla wird mit September 2022 das Team komplettieren und das Spektrum somit noch deutlich erweitern.

Terminvereinbarungen sind schon möglich, es ist mir wie gesagt eine sehr große Freude, in meinem Heimatort, in dem ich aufgewachsen bin und der mir so viel gegeben hat, arbeiten zu dürfen und etwas "zurückgeben" zu können, noch dazu in diesem wunderschönen Gebäude direkt neben dem Trauungssaal, in dem ich selbst geheiratet habe. Das ist nicht nur für einen Kardiologen eine Herzensangelegenheit.

Die neue Homepage ist ebenfalls schon online, ebenso können natürlich auch Termine online vereinbart werden.

Ich freue mich schon sehr, Sie an diesem speziellen Ort begrüssen zu dürfen,

Ihr Dr. Adrian Mirtl

Standortwechsel der Ordination mit 31.1.2022

Liebe Patientinnen und Patienten!

Mit großer Vorfreude darf ich Ihnen mitteilen, daß wir mit 31.1.2022 unseren Standort wechseln und ab diesem Zeitpunkt in der Schillerstraße 5 in 4020 Linz zu finden sein werden! Es wird natürlich weiterhin wie gewohnt das gesamte Spektrum der Inneren Medizin abgedeckt mit Schwerpunkt Kardiologie und für unsere Patienten ändert sich nichts an der medizinischen Versorgung. Durch den neuen Standort ergeben sich sogar einige wesentliche Vorteile für Sie als Patient, einerseits durch die zentrale Lage, andererseits durch die unmittelbare Nachbarschaft zu sehr kompetenten und auch renommierten Kollegen anderer Fachgebiete wie z.B.:

Dr. Köhler (Nuklearmedizin/Schilddrüsenspezialist) im selben Haus

AP Medical (Endoskopie/Dr. Pressl und Dr. Achleitner) im selben Haus

Dr. Bräutigam Gerald (Gynäkologie) direkt gegenüber

Dr. Bräutigam Tina (Allgemeinmedizin/Ernährungsspezialistin) direkt gegenüber

um nur ein paar zu nennen.

Terminvereinbarungen sind natürlich weiterhin problemlos möglich, die Kontaktdaten werden im Laufe dieses Monats aktualisiert und auch über die Homepage bekanntgegeben, sodaß ein völlig reibungsloser Ordinationswechsel für Alle gewährleistet ist.

Ich freue mich, Sie bald in den neuen Räumlichkeiten begrüssen zu dürfen und verbleibe hochachtungsvoll,

Ihr Dr. Adrian Mirtl

Gedanken zum Jahreswechsel

Liebe Patientinnen und Patienten,

 

Ein sehr turbulentes und ungewöhnliches Jahr neigt sich dem Ende. Leider beherrscht ein zentrales Thema nach wie vor unser gesamtes Leben und schränkt uns in allen erdenklichen Teilen desselbigen ein, sowohl privat als auch beruflich. Man kann es schon gar nicht mehr hören und die ganze Situation nervt unendlich, man ist ausgebrannt, gereizt, unversöhnlich. Man will auch nicht mehr diskutieren, die meisten Menschen in diesem Land haben eine Meinung bzw. einen Standpunkt zu diesem Thema und dieser scheint unverrückbar, es geht nicht mehr um das Sammeln und Abgleichen von Informationen, sondern nur mehr um das "Recht haben" an sich. Das Ganze wird natürlich noch bewußt von den Medien befeuert, um Auflagen zu erhöhen, dazu kommt noch das zu Recht verlorene Vertrauen in die Politik, das vor allem durch ein unglaubliches Repertoire menschlicher Abgründe in den letzten Jahren erschüttert wurde.

Die Fronten scheinen unwiderruflich verhärtet, ein objektiver und sachlicher Diskurs nicht mehr möglich. Es ist schon so weit gekommen, daß völlig normale friedliche Leute es in Kauf nehmen mit Rechten und Neonazis zu marschieren, um gegen etwas zu demonstrieren, das nur wenige Menschen in diesem Land wirklich letztlich verstehen und beurteilen können.

Aber unser Präsident hat doch schon einmal gesagt: „So sind wir nicht!“

Und an das glaube ich auch. So sind wir nicht.

Natürlich haben wir alle Angst. Angst vor Ungewißheit, vor dieser Impfung, die neu ist. Und das ist auch zu verstehen. Angst ist ein starkes und mächtiges Gefühl. Deswegen machen es sich vor allem populistische Parteien zunutze.

Aber besser wäre es doch, dieser Angst nicht freien Lauf zu lassen, sondern sich von jemandem beraten zu lassen, dem man vertraut und der auch selbst mit der Materie vertraut ist. Denn Vertrauen ist stärker als Angst.

Wir vertrauen täglich unbewußt Sachen, die uns ebenso Angst machen könnten. Sind sie schon einmal geflogen? Wissen Sie wie das mit dem Auftrieb genau funktioniert? Oder vertrauen Sie auf die Ingenieurskunst und die Wissenschaft? Es ist in allen Bereichen unseres Lebens so, wir leben in einem Gebäude, das nicht einstürzt, wir fahren mit einem Verbrennungsmotor mit kontrollierten Explosionen durch die Gegend, wir nehmen Medikamente gegen Bluthochdruck oder gegen Rückenschmerzen, wir gehen ins Wirtshaus, essen und trinken Dinge die jemand anderer zubereitet, wir tun so viele Dinge, die auf Vertrauen basieren. Wieso hier nicht?

Wieso kündigen wir Freundschaften, streiten uns mit teilweise völlig Fremden, sprechen >99% der Ärzte und Wissenschaftler Ihre Expertise ab und verraten teilweise unsere Prinzipien und unsere Ideale, um gegen eine Impfung aufzumarschieren mit Leuten, von denen wir uns immer distanziert haben? Und noch viel schlimmer wirkt hier auf mich auch der offensichtliche Vertrauensverlust in Hinblick auf die Ärzte und die Wissenschaft – hier sollten auch wir Ärzte Analysenforschung betreiben, wie es nur so weit kommen konnte, daß uns unsere Patienten einfach nicht mehr vertrauen. Offensichtlich sind auch von unserer Seite viele Fehler passiert.

Jeder von uns hat natürlich auch seine beschränkte und sohin subjektive Sicht der Dinge – davon nehme ich mich natürlich nicht aus. Ich sehe einerseits natürlich auch die Auswirkungen der Maßnahmen in meiner Ordination, die vielen vor allem auch psychisch zu schaffen machen. Andererseits helfe ich aufgrund von Personalmangel seit mittlerweile über einem Jahr auf der Intensivstation aus und hier sehe ich das andere Ende des Spektrums – die schweren Verläufe, die in den meisten Fällen unweigerlich zum Tode führen.

Und es ergeben sich in dieser Situation tausende Sichtweisen und persönliche Erlebnisse und Schicksale. Insgesamt muß jedoch festgehalten werden, daß es sich um eine potentiell tödliche Krankheit handelt, wieso sie bei dem einen keine Symptome, bei dem nächsten einen leichten Schnupfen und beim anderen den sicheren Tod bringt wissen wir noch nicht, dafür gibt es die Krankheit zu kurz. Es gibt auch keine Medikamente, die gegen das Virus wirken – sonst hätten wir sie doch längst auf den Intensivstationen eingesetzt! Das einzige was wir haben ist die Impfung.

Und viele sind zu Recht enttäuscht, da sie als ultimativer „game changer“ angekündigt wurde, ein gewisser Maturant hat die Pandemie sogar einfach für beendet erklärt. Das hat natürlich auch das Vertrauen in die Impfung untergraben und zu großer Enttäuschung geführt, auch die kürzeren Intervalle der Impfung führen zu weiterer Skepsis. Und dann kommen noch die „sozialen Medien“ im Internet hinzu – die genau das umgekehrte sind, was sie zu sein scheinen, mit sozial hat das in jedem Fall nichts zu tun, und das verunsichert noch mehr. Und natürlich ist auch unser Ärztekammerpräsident Szekeres nicht gerade ein Glücksgriff – um es mal freundlich auszudrücken.

Das ist alles zu verstehen. Und auch die Angst ist zu verstehen.

Aber egal ob ich meine Entscheidungen von meiner Angst oder (besser) von meinen Vertrauensverhältnissen abhängig mache, sollte ich das wohlüberlegt, ruhig und faktenbasiert machen. Und dann kann das Ergebnis nur lauten:

Ich habe definitiv mehr Angst vor der Erkrankung als vor der Impfung.

Ich vertraue auch der Wissenschaft und >99% der Ärzte in Österreich sicher mehr als MFG, Kickl und Co. - denn ungeachtet der fehlenden Ausbildung und Expertise haben letztere im Vergleich zu ersteren auch eine Agenda, die hinter ihren bewußten Falschmeldungen liegen – sie wollen Macht, sei es durch Ihre Stimme, Ihr Geld, Ihre Aufmerksamkeit, jegliche Form Ihrer Unterstützung. Etwas, was Ihr Arzt oder die Wissenschaft sicher nie von Ihnen wollen.

Und noch dazu haben wir Ärzte auch einen Eid geschworen – und an den halten wir uns, immer.

Bitte überdenken Sie also nochmal, wem Sie vertrauen wollen und bleiben Sie gesund!

Ich wünsche Ihnen einen guten Start ins Jahr 2022 und hoffe wir finden alle wieder zueinander!

Ihr Dr. Adrian Mirtl

Gütesiegel Beliebte Ärzte 2021

Liebe Patientinnen und Patienten,

Mit großer Freude und auch ein bißchen Stolz haben wir über das IMWF (Institut für Management- und Wirtschaftsforschung) mitgeteilt bekommen, daß Sie uns zu einer der beliebtesten Ordinationen bzw. einen der beliebtesten Internisten Österreichs gewählt haben, dies wurde auch vor kurzem in einer Extraausgabe des Kuriers veröffentlicht.

Wir möchten uns an dieser Stelle ganz herzlich für Ihr Vertrauen und Ihre vielen positiven und erfreulichen Rückmeldungen bedanken, darüberhinaus möchte ich mich bei meinem ganzen Ordinationsteam bedanken, das dies erst möglich gemacht hat.

Zuguterletzt finde ich es schade, daß es nicht das Gütesiegel "Beliebte Patienten" gibt, denn das würden wir ohnehin jedes Jahr unangefochtenst und haushoch gewinnen!

Vielen Dank für die Wertschätzung unserer Arbeit, wir werden alles daran setzen, Ihnen weiterhin hohe Qualität zu bieten und diese auch laufend zu verbessern!

 

Ihr Ordinationsteam Dr. Adrian Mirtl

Sommerbetrieb 2021

Sehr geehrte Patientinnen und Patienten,

Ich bin diesen Sommer von 19.7.-15.8.2021 auf Urlaub und ab 16.8.2021 voller Energie wieder für Sie da!

Fr. Dr. Höfler wird in dieser Zeit verstärkt für Sie da sein, somit geht der Ordinationsbetrieb ungemindert und regulär weiter und wir können Ihnen eine lückenlose Versorgung ermöglichen. Wir sind also jederzeit für Ihre Anliegen und Beschwerden da, Sie müssen nicht auf die gewohnte Betreuung verzichten, wenn Sie eine Untersuchung benötigen oder ein sonstiges Anliegen haben.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Sommer und freue mich schon auf ein Wiedersehen mit Ihnen!

Ihr Dr. Adrian Mirtl

Frohe Feiertage und einen guten Rutsch ins Jahr 2021

wünscht Ihnen das gesamte Ordinationsteam Dr. Mirtl!

Wir hoffen Sie können Ihren wohlverdienten Weihnachtsurlaub in vollen Zügen geniessen und freuen uns auf ein Wiedersehen im neuen Jahr!

Die Ordination ist von 23.12.2020 bis 10.01.2021 geschlossen, Terminvereinbarungen sind jedoch schon ab 4.1.2021 wieder möglich.

Bleiben Sie gesund und feiern Sie schön!

Ihr Ordinationsteam Dr. Mirtl

Ordinationsbetrieb während des 2. Lockdown

Liebe Patientinnen und Patienten!

Wir werden selbstverständlich auch im zweiten Lockdown wie gewohnt für Sie da sein. Es gelten natürlich auch weiterhin die empfohlenen Hygienemaßnahmen, bitte kommen Sie nur mit einem entsprechendem MNS in die Ordination, halten Sie Abstand, waschen und desinfizieren Sie sich regelmäßig die Hände, insbesondere beim Betreten der Ordination.

Um die Zahl der Patienten im Warteraum so niedrig wie möglich zu halten bitten wir Sie, unbedingt pünktlich zu Ihrem Termin zu erscheinen, bitte nehmen Sie nur im Falle absoluter Notwendigkeit eine Begleitperson mit sich. Wenn Sie Fieber, Husten, Schnupfen, Geschmacks- oder Geruchsstörungen, Durchfall o.ä. Symptome haben oder mit einer an Covid erkrankten Person Kontakt hatten, kontaktieren Sie uns bitte telefonisch vor Ihrem Termin und kommen Sie nicht ohne Absprache in die Ordination.

Falls Sie Ihren Termin nicht wahrnehmen können, stornieren Sie diesen bitte zeitgerecht (2 Werktage vorher), da dieser nur für Sie freigehalten wird und wir Ihnen sonst eine Stornogebühr verrechnen müssen. Zudem befinden sich zur Zeit viele Patienten auf der Warteliste und diese würden von einer zeitgerechten Stornierung profitieren.

Bleiben Sie gesund, betreiben Sie Vorsorge in Eigeninitiative mit viel Bewegung, gesunder Ernährung und Zeit mit Ihrer Familie.

Hochachtungsvoll, Ihr Dr. Adrian Mirtl

Wiederaufnahme des Ordinationsbetriebes

 

Liebe Patientinnen und Patienten!

Aufgrund der aktuellen Entwicklungen und Empfehlungen der Regierung in Abstimmung mit der Ärztekammer werden wir den Ordinationsbetrieb ab nächster Woche langsam wieder in Richtung Normalität aufnehmen.

Es werden natürlich weiterhin die empfohlenen Sicherheitsvorkehrungen durchgeführt, bitte kommen Sie auch nur mit Maske in die Ordination, halten Sie Abstand zu Ihren Mitmenschen, waschen Sie sich regelmäßig die Hände und desinfizieren Sie sich diese bei Betreten der Ordination und kommen Sie vor allem bitte pünktlich, um die Anzahl der Patienten in der Ordination minimal zu halten.

Bitte haben Sie auch Verständnis, daß wir derzeit noch keine Vorsorgeuntersuchungen, Fitness-Checks oder sonstige nicht dringliche Untersuchungen durchführen.

Sollten Sie Fieber, Husten, Geschmacks- oder Geruchsstörungen o.ä. Symptome haben, bitte halten Sie vorher telefonisch mit uns Rücksprache.

Ich freue mich schon darauf, Sie wieder in meiner Ordination begrüssen zu dürfen. Bleiben Sie gesund.

Hochachtungsvoll, Ihr Dr. Adrian Mirtl

Wichtige aktuelle Information zur Coronavirus-Pandemie

Liebe Patientinnen und Patienten!

Aufgrund der aktuellen Situation bezüglich der Coronavirus-Pandemie habe ich in Abstimmung mit den Vorgaben der Regierung einerseits, als auch von medizinischer Seite zur bestmöglichen Eindämmung der Erregerausbreitung andererseits, folgende Maßnahmen in meiner Ordination beschlossen:

- Alle Routine-Untersuchungen (VU, geplante Kontrollen etc.) werden vorerst verschoben

- Bei akuten oder dringlichen Problemen bitten wir um vorherige telefonische Rücksprache mit unserer Ordination, die Dringlichkeit wird von Fall zu Fall im Sinne einer sorgfältigen Risiko-Nutzen-Abwägung evaluiert, bei Bedarf werden Sie natürlich behandelt!

- Wenn Sie Husten oder Fieber haben oder zuletzt in Risikogebieten wie Italien, Tirol oder Kärnten etc. auf Urlaub waren oder mit einem bestätigten Covid-19-Patienten Kontakt hatten, bleiben Sie bitte Zuhause und kommen Sie keinesfalls in die Ordination! Wählen Sie hierzu 1450!

- Wir werden die Termine so planen, daß sich möglichst wenige Personen gleichzeitig in der Ordination aufhalten. Seien Sie also bitte pünktlich, damit wir dies gewährleisten können. Sollten Sie eine Begleitperson brauchen, sollte diese nach Möglichkeit außerhalb der Ordination warten

 

Leider gibt es von der Ärztekammer oder seitens der Behörden noch keine klaren Auflagen, ich treffe diese Maßnahmen aus eigenem Ermessen und eigener Verantwortung heraus, da es für mich persönlich die sinnvollste Vorgehensweise darstellt, dem Ausbruch entgegenzuwirken. Wundern Sie sich also bitte nicht, wenn andere Kollegen andere Maßnahmen setzen.

Für mich geht es hier nicht nur um Ihre Gesundheit, sondern um die der gesamten Bevölkerung und hierfür sollte man Weitblick und Vernunft walten lassen. Bei einem Termin oder einer Behandlung mit Ihnen sind wir naturgemäß für einige Zeit in Ihrer unmittelbaren Nähe und eine Übertragung und somit Weiterleitung des Coronavirus ist damit auch trotz vorschriftsmäßiger Hygiene im Rahmen des Möglichen. Daher ist von allen nicht dringlichen Untersuchungen abzuraten.

 

Wir hoffen auf Ihr Verständnis und begrüßen Sie gerne wieder in unserer Ordination, wenn diese Krise überstanden ist. Bitte helfen Sie durch Ihren Beitrag mit, die ältere Bevölkerung zu schützen.

Herzlichst, Ihr Dr. Adrian Mirtl

Anbei finden Sie noch die aktuellen Verhaltensempfehlungen des ÖRK:

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Der richtige Plan

 

Wenn es um Gesundheit geht, sind viele oft plan- und ratlos. Je älter man wird, desto bequemer wird man, es kommen immer neue und zusätzliche Herausforderungen im Alltag auf einen zu, die die (meist als selbstverständlich gesehene) Gesundheit in den Hintergrund treten lassen. Vor allem ein anstrengender Beruf aber auch Privatleben können sehr an der Gesundheit nagen. Wer kennt nicht das Gefühl, am Abend nach einem anstrengenden Tag nach Hause zu kommen und nur mehr die Füße hochlegen zu wollen. An Sport ist hier gar nicht zu denken und alle die das einfordern kommen einem verrückt und weltfremd vor.

So kommt es, dass man sich irgendwann so sieht, wie man sich selbst nicht kennt bzw. vorher nicht gekannt hat. So kann das „Wohlstandsbäuchlein“ bzw. die verlorengegangene Bikinifigur oder ein beträchtlicher Konditionsmangel schon ein herber Rückschlag sein, ernst wird es dann zudem, wenn sich dazu noch Blutwerte verändern und sich im schlimmsten Falle noch ein metabolisches Syndrom einstellt oder andere Wohlstandskrankheiten.

Das metabolische Syndrom ergibt sich aus einer Kombination von erhöhtem Bauchumfang (Männer >102cm, Frauen >88cm; ungerecht, ich weiß), erhöhtem Blutdruck, erhöhten Blutfettwerten und erhöhtem Nüchternblutzucker. Gerade letzteres Symptom stellt eine der ernsteren Bedrohungen dar und sollte im Hinblick auf einen möglichen (Prä)Diabetes weitere diagnostische Schritte Ihres Arztes nach sich ziehen.

Was jedoch unbestritten bleibt, ist die Tatsache, daß man sich das metabolische Syndrom zumeist selbst eingehandelt hat und dies vor allem in den westlichen Ländern daher stark verbreitet ist. Auch die Therapie sollte nach dieser Erkenntnis kausal angegangen werden – durch einen selbst. Ich verabscheue es, einem Patienten ein Blutdruckmittel zu geben, wenn das stärkste Blutdruckmittel am Markt 10kg Gewichtsabnahme sind und der Bluthochdruck eben auf sein Übergewicht zurückzuführen ist. Ebenso ist die richtige Ernährung und die korrekte Bewegung meist um ein Vielfaches effektiver als jegliches Medikament – siehe auch meinen Beitrag zum Thema Diabetes.

Womit wir beim richtigen Plan wären.

In Zeiten einer gewaltigen Informationsflut mit sozialen Medien, mutmaßlichen „fake news“, selbsternannten „Ernährungsexperten“, „Gesundheitsexperten“ oder sonstigen Gurus, ist es oft sehr schwierig, aus dieser Masse an Informationen die korrekten Tatsachen „herauszufiltern“ bzw. zu erkennen. Gerade bei Themen wie z.B. der Debatte um die Impfgegner sieht man sich sogar als Fachkundiger oft mit nicht haltbaren Argumenten konfrontiert, die man nicht kommentieren oder entkräften kann, weil sie z.B. einfach frei erfunden sind oder es werden Studien vorgewiesen, die nirgends im Register aufscheinen etc.

Und es geht in Bezug auf Ernährung und Bewegung, die so eine zentrale Rolle in unserem Leben spielen, natürlich noch viel weiter. Es vergeht kein Tag, an dem nicht irgendjemand postuliert, dass er die ultimative Erkenntnis gewonnen hat, wie man deutlich abnimmt und trotzdem alles essen kann und sich nicht bewegen muss. Seien es Shakes, Nahrungsergänzungsmittel, Tabletten, sogenanntes „Superfood“ oder irgendwelche gravierenden Ernährungsumstellungen (low-carb, high-protein, Paleo oder ähnliches), die Liste an Ergebnissen im World Wide Web ist endlos.

Nun halten wir mal eines fest: Wir sind alle erwachsene und intelligente Personen. Wir glauben weder an den Weihnachtsmann noch an Feen, Elfen oder sonstige Märchen. Und auch hier gibt es keine Wunder, es gibt keine Null-Bewegung-Schweinsbraten-und-Cremetortendiät, mit der sie ihren Traumkörper in 2 Wochen erreichen. Auch diese Blitzdiäten a la „Woman“ oder sonstiger Zeitschriften mit „8kg in 10 Tagen“ o.ä. können nicht funktionieren. Es gibt nur 2 Sachen, die der Körper so schnell loswerden kann: Wasser und Muskeln. Und genau das will man ja nicht!

Was genau ist also der Plan?

Im Wesentlichen ist es ganz einfach. Es gibt genau 2 Dinge, die einem bewusst sein sollten:

 

 

  1. Nutzen Sie Ihren Hausverstand, v.a. beim Essen. Klingt komisch, ist aber so. Hören Sie auf, sich mit irgendeiner obstrusen oder ausgefallenen Diät durchschummeln zu wollen. Die WHO gibt genau eine einzige Empfehlung ab: Mehr Gemüse und Obst. Und dem würde ich als (Ernährungs-)Mediziner noch hinzufügen: Wenig Zucker, wenig rotes Fleisch, pflanzliche statt tierische Fette, Vollkorn statt Weizen und täglich eine Handvoll Nüsse und Samen – das wars. Es benötigt auch keine exotischen Lebensmittel wie Goji-Beeren, Quinoa, Lupinen oder sonstiges sogenanntes „Superfood“ - wer bestimmt überhaupt, was ein "Superfood" ist? Im Wesentlichen sind auch Diäten wie „low-carb“, Paleo und Konsorten ganz wesentliche und grundlegende Umstellungen Ihrer Essgewohnheiten und zeigen alleine – nach initial kurzfristigem Effekt – keinen Langzeiteffekt. Wenn Sie die Disziplin aufbringen können, solche Diäten durchzuziehen, haben Sie meinen größten Respekt. Aber lassen Sie sich sagen: Sie hätten es auch viel einfacher haben können. Fokussieren Sie Ihre Disziplin doch auf etwas anderes und viel effektiveres – auf Bewegung! Damit kommen wir auch schon zu Punkt

  2. Bewegung. Es geht nicht ohne. Abnehmen oder eine bessere Figur ist eine einfache Rechnung. Sie brauchen eine negative Energie- bzw. Kalorienbilanz, will heißen: Sie sollen mehr Kalorien verbrennen als Sie zu sich nehmen. Womit wir wieder beim Hausverstand wären, so gemein es auch klingt, aber schummeln geht hier nicht. Optimieren: ja klar, aber schummeln: nein. Und mit optimieren ist gemeint: die korrekte Bewegung / Sportart mit dem korrekten Equipment und v.a. die korrekte Intensität, wobei ich hier sehr viel Wert auf den Trainingspuls lege, weil dieser essentiell für die (Kalorien)Verbrennung und nicht zuletzt auch für die Effektivität und Freude am Training ist. Dieser kann mittels Formel zwischen Ruhepuls und Maximalpuls ermittelt werden.

Um Ihren optimalen Plan zusammenstellen zu können, benötigt es keine hochkomplexe Wissenschaft oder Analytik. Auch irgendwelche überaus ausführlichen (und oft auch überaus kostspieligen) Laborbefunde, die extra ins Ausland geschickt werden müssen, weil sie ja so speziell sind und in denen irgendwelche Lebensmittelmarker oder sonstige spezielle Parameter bestimmt werden sollen, haben hier keine wissenschaftliche Grundlage und bringen Ihnen nichts.

Im Wesentlichen sollten initial vor Start Ihres Vorhabens bei Verdacht chronische Erkrankungen ausgeschlossen werden (z.B. bei Luftnot oder Druck auf der Brust Herz- oder Lungenerkrankungen etc.), in weiterer Folge funktioniert der richtige Plan zu einer Verbesserung Ihrer Gesundheit und Ihres körperlichen Wohlbefindens in jedem Fall ausschließlich über diese zwei genannten Faktoren:

Ernährung und Bewegung. That’s it.

Gerne stehe ich Ihnen beratend zur Seite oder helfe natürlich gerne bei der Ermittlung Ihres Trainingspulses, Erstellung eines effektiven Trainingsplans und weiterer Fragen oder Anliegen, die auftauchen mögen. Ich wünsche Ihnen ein gutes Gelingen! Sie schaffen das!

 

 

 

Gedanken zum Jahreswechsel

Am Ende eines Jahres blickt man gerne zurück.

Man zieht Resümee, ist dankbar für Familie, Kinder und hoffentlich auch für Gesundheit, seinen Beruf und viele weitere Dinge. In meinem Fall bin ich darüberhinaus für jeden einzelnen Patienten, den ich kennenlernen durfte, mit dem ich nicht selten auch scherzen und lachen durfte und auch hoffentlich gut helfen konnte, sehr dankbar. Es war ein schönes und aufregendes Jahr und ich möchte mich für das entgegengebrachte Vertrauen bedanken. Ich freue mich schon auf ein neues Jahr voller Herausforderungen, amikaler Gespräche und vor allem Zeit mit meinen Patienten.

Dazu gesellen sich jedoch auch Sorgen um die Zukunft des Gesundheitssystems in diesem Land. Niemand weiß, was mit der neu installierten ÖGK (Österreichische Gesundheitskasse), die die Landeskrankenkassen ab 1.4.2019 ersetzen soll, genau auf uns zukommt. Auch die Ärztekammer tappt sprichwörtlich im Dunkeln, die Ärzteschaft bezieht Informationen ebenso wie alle anderen auch aus der Presse. Was aber sicherlich kommen wird – und das läßt sich aus diversen Presseaussendungen herauslesen – ist eine Verschärfung der  (meiner Meinung nach schon längst bestehenden) Zweiklassenmedizin. Die Politik hat offensichtlich nach derzeitigem Informationsstand folgendes vor:

Neben der Errichtung von „VIP-Ambulanzen“ (ob sie nun kommen sollten oder nicht) will man im niedergelassenen Bereich ebenso die Kluft zwischen „Normalversichterten“ und Privatversicherten weiter tiefer reißen. Man spielt mit dem Gedanken, die Wahlarztrückerstattungen (sprich das Geld, das der Patient für die Wahlarztbehandlung von der Krankenkasse zurückbekommt) sukzessive zu streichen. Dies würde bedeuten, daß Patienten umso mehr zum Kassenarzt gedrängt werden. Eine logische gesundheitspolitische Konsequenz daraus wäre – bei derzeitigen Wartezeiten beim Kassenarzt bis über 6 Monate - mehr Kassenarztstellen zu schaffen und v.a. auch die Zeit mit den Patienten besser zu honorieren. Das ist aber (zumindest derzeit) nicht geplant, das absolute Gegenteil ist der Fall. Das was sich (schon) geändert hat ist, daß die sogenannten „Deckelungen“ fallen werden. Die Deckelungen regeln - grob gesagt – die Anzahl der Patienten und Untersuchungen, die ein einzelner Arzt durchführen darf bzw. die von der GKK honoriert werden. Das bedeutet kurzum, daß bei gleichbleibenden Kassenstellen und nun fehlender Deckelungen die „5-Minuten-Medizin“ sogar noch weiter forciert wird, da nun wiederum umso mehr Quantität statt Qualität honoriert wird. Das ist aus meiner Sicht ein ganz klarer Schritt in die falsche Richtung und stellt für mich eine sehr bedenkliche Entwicklung dar.

Gerade im Fachgebiet der Inneren Medizin braucht es Zeit, um auf die (zumeist komplexen) Probleme und Bedürfnisse der Patienten einzugehen. Nicht nur das ausführliche Gespräch mit dem Patienten, auch eine qualitativ hochwertige Diagnostik bedarf an Zeit. Ein präziser und korrekter Ultraschallbefund benötigt einfach mehr als ein paar Minuten oder gar Sekunden.

 

Was tun?

Leider ist diese Entwicklung bedauernswert. Die zuständige Regierung wurde jedoch demokratisch gewählt und so muß man sich (derzeit) mit den Gegebenheiten abfinden. Die Änderungen werden wohl unaufhaltsam kommen. Die größte Frechheit liegt wohl darin, daß die Regierungsmitglieder und zuständigen Beamten natürlich nicht betroffen sind und weiterhin ihre Privilegien genießen dürfen. Es trifft wie immer uns – die „Normalbevölkerung“.

Ich rate daher meinen Freunden, Bekannten und natürlich auch Patienten zum Abschluß einer Wahlarztversicherung, die zumeist leistbar ist und mögliche hohe Kosten verhindert. Diese Privatarztversicherungen kosten zur Zeit je nach Alter und Konditionen zwischen 30-90€/Monat und meiner Meinung nach ist es zu erwarten, daß nach Inkrafttreten der neuen ÖGK und dem vermeintlichen Wegfall der Rückerstattungen diese Versicherungen empfindlich teurer werden. Es ist eine Schande, daß wieder einmal (populistische) politische Aktionen auf dem Rücken der wirtschaftlich Schwächsten unserer Gesellschaft ausgetragen werden. Ich habe daher beschlossen, meinen Beitrag zu leisten und werde in Zukunft an regelmäßigen Terminen finanziell bedürftige Menschen, die in Kooperation mit einer karitativen Organisation an mich weitergeleitet werden, in meiner Ordination umsonst betreuen. Das ist das Mindeste, was ich zu dieser „Misere“ beitragen kann.

In diesem Sinne wünsche ich Allen einen guten Rutsch und ein schönes und vor allem gesundes 2019!

​Link zum Artikel mit Thema Diabetes in der aktuellen Ausgabe der Bezirksrundschau:

Link zum Artikel mit Thema Brustschmerzen in der aktuellen Ausgabe der Gesundheitsbeilage der OÖN:

Diabetes - weniger ist mehr

Die Häufigkeit der Zuckerkrankheit liegt in Österreich laut aktuellem Bericht der Österreichischen Diabetesgesellschaft bei 7-11%. Dabei handelt es sich meist um den sogenannten Altersdiabetes (Typ 2-Diabetes). Als Ursachen gelten neben genetischen Faktoren hauptsächlich Übergewicht, mangelnde Bewegung sowie eine hochkalorische, kohlenhydrat- und fettreiche Ernährung, weshalb es zu Recht eine Art "Volkskrankheit" genannt wird, da die Häufigkeit auch unserer Lebensweise geschuldet ist. Der Österreicher ist Weltranglistenerster in der Kalorienzufuhr und liegt mit durchschnittlich knapp 4000 Kalorien täglich noch vor den Amerikanern. Laut österreichischem Ernährungsbericht 2017 sind über 40% der Österreicher übergewichtig. Hier gilt es gegenzusteuern, weshalb Medikamente oft nicht die erste Wahl darstellen, vielmehr sind hier die Erstellung und nachfolgend auch Einhaltung der korrekten (balancierten Misch-)Diät und ein gesundes Maß an Bewegung sinnvoller, um eine nachhaltige Gewichtsabnahme zu erreichen. Entgegen der allgemeinen Auffassung ist die Zuckerkrankheit nicht nur verhinderbar sondern auch heilbar, v.a. wenn sie durch den falschen Lebensstil hervorgerufen wird. In jedem Fall sollte die Gabe von Insulin beim "klassischen" (übergewichtigen) Typ-2-Diabetiker unbedingt vermieden werden, da dies zur Gewichtszunahme führt und so allen Bemühungen um ein aktiveres und bewegteres Leben entgegenwirkt.

 

Insulin sollte beim klassischen Typ 2 Diabetes immer die letzte Wahl (=ultima ratio) sein!

Diabetes führt zu gesundheitlichen Komplikationen und Folgeerkrankungen, die durch Veränderungen an kleinen und großen Gefäßen bedingt sind. Dies kann zu Erkrankungen an Herz, Gehirn, Augen, Nieren, Nerven und Gliedmaßen führen und im Extremfall Herzinfarkte, Schlaganfälle, Erblindung, Dialyseabhängigkeit und notwendige Amputationen von Gliedmaßen verursachen.


Die Diagnose des Diabetes erfolgt mittels Blutzuckertests, wobei hier wiederholte Nüchternmessungen, Belastungsmessungen (Glukosetoleranztest) und Langzeitmessungen (der sogenannte HbA1c) zur Auswahl stehen. So lassen sich auch Frühformen des Diabetes (sogenannter Prädiabetes) erkennen und rechtzeitig behandeln.
Durch regelmäßige Kontrollen beim Arzt ihres Vertrauens können diese Vorstufen oft erkannt werden und rechtzeitig mittels Lebensstilmodifikation behandelt werden. Hier kann die richtige Ernährung und der geeignete Trainings- bzw. Bewegungsplan die Entstehung eines Diabetes effektiv verhindern. Außerdem können im Rahmen eines Gesundheits- bzw. Fitnesschecks mit Belastungs-EKG nicht nur die optimale Trainingsmethode und der Trainingspuls berechnet werden, auch Herz und Lungen werden in Ihrer Funktion überprüft.

Auch ein schon bestehender Diabetes kann durch diese Maßnahmen deutlich verbessert werden, Medikamente können reduziert und bei guter Mitarbeit durch den Patienten sogar teilweise oder gänzlich beendet werden - weshalb der Diabetes für mich wieder umso mehr eine heilbare Erkrankung darstellt.

Ich berate und begleite Sie gerne sowohl bei Vorsorge und Prävention, als auch natürlich bei schon bestehendem Diabetes, einfach Termin vereinbaren unter 0676 67 67 340 oder jetzt auch direkt auf unserer online Terminvereinbarung!

Link zum Artikel mit Thema Luftnot in der Gesundheitsbeilage der OÖN vom Mai 2018:

Informatives zum Reizdarmsyndrom

Das Reizdarmsyndrom (kurz RDS) ist eine funktionelle Magen-Darm-Störung, die sehr weit verbreitet ist und sehr häufig vorkommt. Sie betrifft beide Geschlechter ebenso wie alle Altersklassen gleichermaßen, die Häufigkeit in der Allgemeinbevölkerung wird in der Literatur sehr unterschiedlich, aber teilweise auf bis zu 25% angegeben.

Obwohl diese Krankheit sehr häufig vorkommt und von den Patienten oft als sehr quälend beschrieben wird, ist sie von Ihrer Entstehung her noch nicht völlig verstanden und wird auch von den spezialisierten Fachgesellschaften als eine „von vielen Faktoren abhängige Störung mit hochkomplexem Ursprung“ bezeichnet. Heutzutage geht man davon aus, daß eine „Immunschwäche“ der Darmschleimhaut sowie bakterielle Fehlbesiedelungen (Veränderungen des „Mikrobioms“, welches wir auch noch nicht zur Gänze verstehen) eine wesentliche Rolle spielen.

Zusätzlich gibt es auch eine Vielzahl an psychischen Faktoren, die mit dem RDS einhergehen oder es beeinflussen können. Dies impliziert aber nicht, daß eine psychische Komponente vorhanden sein muß, wie lange fälschlicherweise angenommen wurde und zu einer falschen Stigmatisierung der RDS-Patienten geführt hat.

Triggerfaktoren für das Ausbrechen eines Reizdarmsyndroms können u.a. ein vorangegangener Magendarminfekt, eine Nahrungsmittelunverträglichkeit, chronischer Streß, Entzündungen und chirurgische Eingriffe sein.

Kriterien:

Seit 2016 gibt es neue Kriterien (ROM IV), die das RDS definieren. So spricht man von dieser Krankheit, wenn durchschnittlich einmal pro Woche über die letzten drei Monate wiederholt Bauchschmerzen auftreten, zusätzlich mit zwei weiteren Symptomen wie z.B.:

-Bauchschmerzen in Verbindung mit Stuhlgang

-Bauchschmerzen in Verbindung mit veränderter Stuhlfrequenz (=Häufigkeit)

-Bauchschmerzen in Verbindung mit veränderter Stuhlform

Es dreht sich somit wieder mal alles um den Stuhl und dessen Erscheinungsbild. Dies sollte – auch wenn kein bevorzugtes Gesprächsthema beim Stammtisch – in jedem Fall ausführlichst mit Ihrem Arzt besprochen werden. Das RDS ist eine „Ausschlußdiagnose“, das heißt dass zuerst alle anderen Krankheiten ausgeschlossen werden müssen, bevor man die Diagnose RDS stellen kann.

Diagnostik:

 

Die Diagnostik dient wie oben erwähnt dazu, andere Ursachen auszuschließen. Hierzu gehört das ausführliche Anamnesegespräch (=Ihre persönliche Krankengeschichte) und die genaue körperliche Untersuchung. Symptome wie Gewichtsverlust, Blut am Stuhl, Fieber, Blutarmut etc. passen nicht in das Bild eines RDS und sollten von dieser Diagnose wegführen. In jedem Fall ist eine Blut- und Stuhluntersuchung sowie eine Darmspiegelung als zusätzliche Diagnostik unumgänglich, bei Frauen ist unbedingt auch eine gynäkologische Abklärung angezeigt.

 

Therapie:

 

Weil das RDS so unterschiedlich auftritt, gibt es auch keine Standardtherapie. Die Therapie richtet sich nach jedem Patienten einzeln und sollte individuell auf dessen Bedürfnisse und Symptome zugeschnitten sein. Daher kann man gar nicht oft genug betonen, wie wichtig und wertvoll die Zeit ist, die sich der Arzt für seinen Patienten nehmen soll, damit alle Facetten der Erkrankung erfasst und diese so adäquat behandelt werden können. Auch sind engmaschige Kontrollen notwendig, da natürlich jede begonnene Therapie experimentellen Charakter hat im Sinne eines „trial and error“ und nach spätestens 3 Monaten bei fehlender Wirksamkeit wieder abgesetzt bzw. geändert werden sollte.

Man hantelt sich also praktisch Symptom für Symptom zur Beschwerdefreiheit. Daher ist auch das regelmäßige feedback des Patienten so wichtig.

 

Zum vermehrten Einsatz von Probiotika (=Nahrungsergänzungsmittel bestehend aus lebenden Mikroorganismen) gibt es drei wichtige Dinge zu sagen:

1)Leider fehlen große, gut aufgebaute klinische Studien gänzlich. Die Studien, die es derzeit gibt zeigen so verschiedene Ergebnisse, daß es derzeit unmöglich ist, eine ernsthafte Empfehlung zu geben.

2)Wenn der Versuch gestartet wird, sollte auf eine ausreichende Dosierung geachtet werden (mind. 10 9 Bakterien pro Stamm).

3)Vorsicht bei Mischpräparaten: Diese sind häufig unterdosiert und es ist auch zuwenig über die Interaktionen zwischen den einzelnen Bakterienstämmen bekannt.

Abschließend läßt sich zusammenfassend sagen, daß die Therapie des RDS individuell auf jeden einzelnen Patienten individuell zuzuschneidern ist. Daß die Erfolgsaussichten einer solchen Therapie natürlich abhängig von der Qualität und Zeit bei Ihrem Arzt sind liegt auf der Hand.

Umstrittener Risikofaktor Cholesterin

Anläßlich der jährlich wiederkehrenden Diskussion und einer kürzlich ausgestrahlten Sendung auf ORF III, welche als Fazit die Aussage vermittelte, der Cholesterinwert wäre belanglos und die Empfehlungen zur Cholesterinsenkung seien lediglich ein profitgesteuerter Einfall der Pharmaindustrie und deren Mittelsmänner - im Beitrag offensichtlich korrupte Ärzte - ist es mir wichtig, mit objektiven Informationen hoffentlich nachfolgend für etwas "Entwirrung" zu sorgen...

Erstens, zu meiner Person:

Für mich als unabhängigen und selbständigen Internist bzw. Facharzt für Innere Medizin bestehen keinerlei Interessenskonflikte im Hinblick auf die Pharmaindustrie. Ich bin finanziell unabhängig, zahle mir meine Fortbildungen und sonstige Ausgaben selbst, lasse mich weder von Pharmafirmen beschenken (das ist auch mittels Antikorruptionsgesetz in Österreich seit einigen Jahren nicht mehr erlaubt) oder gar auf einen Urlaub mit der Familie einladen (das käme auch ohne Gesetz für mich niemals in Frage), noch lasse ich mich durch irgendwelche von Pharmareferenten vorgelegten Daten oder Studien beeinflussen, die ich nicht selbst sorgfältigst gelesen und nachgeprüft habe.

Das ist auch bei allen Kollegen, die ich kenne und mit denen ich zusammenarbeite, ebenso.

Zweitens, zu den Fakten:

Unbestritten ist, daß Cholesterin ein wichtiger Bestandteil der Zellen und auch die Grundsubstanz für verschiedene Hormone ist. Dies wird von den Gegnern der Cholesterinsenkung immer als Hauptargument angeführt.

Tatsache ist aber auch, daß der Körper in der Lage ist, das benötigte Cholesterin vollständig selbst herzustellen und nicht auf die Zufuhr von außen angewiesen ist. Des weiteren sprechen wir hier über das Cholesterin in den Zellen, welches durch eine cholesterinsenkende Therapie unangetastet bleibt.

Es geht bei dieser "Cholesterindiskussion" lediglich um die Menge des Cholesterins im Blut und die sich daraus ergebende Ablagerung von Cholesterin in den Blutgefäßen, insbesondere natürlich auch in den Herzkranzgefäßen.

Seit 1948 bestehen mit der Framingham-Studie Forschungen, die allesamt die Wirksamkeit der Cholesterinsenkung im Hinblick auf die Reduktion der Mortalität (=Sterblichkeit) bei Herz- und Gefäßerkrankungen mehrfach beweisen.

Einige Beispiele, die man bei Interesse hierzu nachlesen kann wären die 1994 erschienene 4S-Studie, weiters die LIPID-Studie 1998, HPS-Studie 2002, PROVE-IT 2004, FOURIER-Studie 2017 etc. In letzterer konnte sogar unter Einsatz eines PCSK9-Hemmers - ein neues Medikament, welches bei Statinunverträglichkeit verabreicht werden kann - gezeigt werden, daß sogar Cholesterinwerte <10mg/dl nicht zu einer Zunahme von Nebenwirkungen oder unerwünschten Komplikationen führen.

Weiters ist es wichtig zu wissen, daß die Notwendigkeit zur Cholesterinsenkung abhängig vom individuellen Risiko des Patienten besteht. So liegt z.B. der Cholesterin-Zielwert eines Diabetikers oder Herzkranzgefäßkranken naturgemäß viel niedriger als der eines gesunden Menschen ohne derartige Risikofaktoren.

Es muß also nicht bei jedem erhöhten Cholesterinwert sofort mit einer Statintherapie begonnen werden, oft führen sogenannte "lifestyle-Modifikationen" (regelmäßige Bewegung/Sport, Gewichtsabnahme, gesunde Ernährung) ebenso zu einer signifikanten Cholesterinsenkung.

Hierzu hat die österreichische Atherosklerosegesellschaft (AAS) 2014 folgende nichtmedikamentöse Maßnahmen bzw. Richtlinien vorgeschlagen:

- Ungesättigte statt gesättigte Fettsäuren

- Einnahme von nicht verarbeiteten Nüssen von ca. 60 g pro Tag; dies entspricht etwa einer Handvoll Nüsse (z.B. Walnüsse)

- Aufnahme löslicher Ballaststoffe - z.B. Vollkornbrot, Obst, Hülsenfrüchte, Gemüse (5–15 g pro Tag)

- Sojaprodukte (ca. 50 g Sojaeiweiß pro Tag)

Auch Nahrungsergänzungsmittel (NEM), die roten Hefereis enthalten, werden in diesen Richtlinien erwähnt.

Roter Hefereis ist ein Fermentationsprodukt aus chinesischem Reis, welches Monacolin K (= Lovastatin = Vorstufe der Statine) enthält und das LDL-Cholesterin signifikant senken kann.

Somit stehen heutzutage bei Unverträglichkeit gegenüber Statinen, die statistisch etwa 5-8% der Patienten betreffen und v.a. mit Myalgien (Muskelschmerzen) der Beine oder erhöhten Leberwerten einhergehen, zahlreiche Therapiealternativen zur Verfügung.

Als Ihr behandelnder Facharzt kann ich Sie wissenschaftlich fundiert und kompetent beraten und Ihnen die optimale, auf Sie zugeschnittene Therapie zusammenstellen.

Vertrauen Sie in solchen Angelegenheiten einem Fachmann und nicht irgendwelchen Gerüchten, denn hier geht es um Ihre Gesundheit.